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R
Definition

RPO IT-Definition

Recovery Point Objective: die maximale Datenmenge, deren Verlust eine Organisation bei einem Vorfall in Kauf nimmt, ausgedrückt als Zeitspanne seit dem letzten brauchbaren Backup.

Die RPO (Recovery Point Objective, Wiederherstellungspunkt-Ziel) definiert die maximale Datenmenge, deren Verlust eine Organisation bei einem Vorfall in Kauf nimmt. Sie wird in Zeit ausgedrückt: Eine RPO von einer Stunde bedeutet, dass man im schlimmsten Fall die letzte Stunde der vor dem Vorfall erzeugten Daten verliert.

Gemeinsam mit der RTO ist die RPO einer der beiden Schlüsselparameter eines Disaster-Recovery-Plans (DRP) und oft Teil von SLAs.

Was die RPO technisch erfordert

Die RPO bestimmt Häufigkeit und Methode von Backup oder Replikation:

  • RPO von mehreren Stunden: klassische periodische Backups (täglich oder mehrmals täglich).
  • RPO von wenigen Minuten: regelmäßige asynchrone Replikation.
  • RPO nahe null: synchrone Replikation an einen entfernten Standort, bei der jede Transaktion vor der Festschreibung an zwei Standorten bestätigt wird.

RPO und Datenkritikalität

Die RPO wird je nach Wert der Daten im Rahmen der Business-Impact-Analyse des BCP festgelegt:

  • Finanztransaktion: RPO von wenigen Sekunden – keine Transaktion darf verloren gehen.
  • CRM, ERP: RPO von wenigen Minuten.
  • Reporting, Archive: eine RPO von mehreren Stunden ist akzeptabel.

RPO ≠ RTO

Die RPO misst einen Datenverlust (rückblickend: wie weit zurück müssen wir wiederherstellen können?); die RTO misst eine Wiederherstellungszeit (vorausblickend: wie schnell ist der Service wiederhergestellt?). Beide werden gemeinsam definiert, beantworten aber unterschiedliche Fragen.

Häufig gestellte Fragen

Wie lässt sich die RPO reduzieren?

+

Eine Reduzierung der RPO bedeutet, die Backup-Häufigkeit zu erhöhen oder auf Replikation umzusteigen. Eine RPO von wenigen Stunden beruht auf periodischen Backups; eine RPO von wenigen Minuten erfordert asynchrone Replikation; eine RPO nahe null erfordert synchrone Replikation an einen entfernten Standort – teurer, aber ohne Datenverlust.

Ist eine RPO von null realistisch?

+

Eine RPO von exakt null ist technisch durch synchrone Multi-Site-Replikation erreichbar, jedoch zu hohen Kosten und mit Leistungseinbußen (jeder Schreibvorgang muss an zwei Standorten bestätigt werden). In der Praxis wird eine RPO nahe null den kritischsten Daten (Finanztransaktionen) vorbehalten, während für den Rest des Anwendungsportfolios eine höhere RPO akzeptiert wird.

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