DRP (Disaster Recovery Plan) — IT-Definition
Disaster-Recovery-Plan: technisches IT-Subset eines BCP, das beschreibt, wie das Informationssystem nach einem Vorfall innerhalb der vereinbarten RTO/RPO-Ziele wiederhergestellt wird.
Der DRP (Disaster Recovery Plan, im Französischen PRA) ist das technische IT-Subset eines BCP. Er beschreibt präzise, wie das Informationssystem nach einem Vorfall wiederhergestellt wird — Cyberangriff, schwerer Hardware-Ausfall, Brand, Überflutung — unter Einhaltung zweier messbarer Ziele: einer RTO (maximale Wiederherstellungszeit) und einer RPO (maximal akzeptierter Datenverlust).
Der Einsatz ist sehr konkret: Laut Ponemon Cost of Downtime Report 2024 kostet jede Stunde IT-Ausfall durchschnittlich 9.000 $ für KMU und über 540.000 $ für Großunternehmen, ohne den Reputations- und regulatorischen Einfluss.
RTO und RPO: die zwei Indikatoren
- •RTO: «innerhalb welcher Zeit muss man maximal wieder im Dienst sein?». Minuten für eine E-Commerce-Site, Stunden für eine Back-Office-Anwendung.
- •RPO: «wie viele Daten kann man verlieren?». Sekunden für eine Finanztransaktion, Minuten für ein CRM.
DRP-Ebenen
- •Cold standby: unausgestatteter Ausweichstandort, Wiederherstellung aus Backups. RTO Tage, RPO Stunden.
- •Warm standby: vorinstallierte Infrastruktur. RTO Stunden, RPO Minuten.
- •Hot standby (aktiv/passiv): synchrone Replikation. RTO Minuten, RPO Sekunden.
- •Active-active: gleichzeitige Produktion auf mehreren Standorten. RTO/RPO nahe Null.
DRP-Schritte
- Impact-Analyse: kritische Anwendungen, Abhängigkeiten, RTO/RPO.
- Definition der Ziel-Architektur.
- Dokumentation der Verfahren: Runbooks, Automatisierungsskripte.
- Regelmäßige Tests.
- Kontinuierliche Verbesserung.
Backup ist kein DRP
Klassische Verwirrung: «wir haben Backups, also haben wir einen DRP». Falsch. Ein Backup ist eine Daten. Ein DRP ist ein getesteter Prozess, der ein Backup in einen wiederhergestellten Dienst verwandelt.
Die 3-2-1-Regel bleibt Standard:
- •3: Kopien.
- •2: verschiedene Träger.
- •1: Kopie außerhalb des Standorts (idealerweise air-gapped).
DRP und Ransomware
Die Entwicklung der Cyberangriffe hat den DRP transformiert. Ransomware zielt explizit auf Backups: laut Veeam Data Protection Trends 2024 sahen 75 % der angegriffenen Unternehmen ihre Backups ins Visier genommen und 39 % fanden sich mit beschädigten oder verschlüsselten Backups wieder.
- •Unveränderliche Backups: nicht änderbar während eines definierten Fensters.
- •Logisches oder physisches Air-Gap: vom Netzwerk getrennte Backups.
- •Regelmäßige Wiederherstellungstests: .
DRP testen
- •Unit-Wiederherstellungstest: eine Anwendung in der Vorproduktion.
- •Teil-Umschaltung: ein Sekundärstandort.
- •Vollständige Umschaltung: mindestens jährlich für kritische Anwendungen.
- •Game day: simulierte Krise mit realer Pannen-Injektion.
Kabeen liefert die lebende Karte der Anwendungen, ihrer Abhängigkeiten und ihrer geschäftlichen Nutzungen für einen einsetzbaren DRP.
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein DRP?
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Ein DRP (Disaster Recovery Plan, französisch PRA) ist die technische Komponente eines Business Continuity Plans. Er beschreibt, wie das Informationssystem nach einem Vorfall wiederhergestellt wird — Cyberangriff, Panne, physischer Vorfall — unter Einhaltung zweier messbarer Ziele: einer RTO (maximale Wiederherstellungszeit) und einer RPO (maximal akzeptierter Datenverlust).
Unterschied zwischen RTO und RPO?
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Die RTO (Recovery Time Objective) beantwortet die Frage: innerhalb welcher Zeit muss man maximal wieder im Dienst sein? Die RPO (Recovery Point Objective) beantwortet: wie viele Daten kann man verlieren? Eine RTO von 1h bedeutet, dass man 1h Ausfall akzeptiert; eine RPO von 15 Min bedeutet, dass man die letzten 15 Min Daten verlieren darf. Diese beiden Ziele bestimmen die gesamte DRP-Architektur.
Reicht ein Backup für einen DRP?
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Nein. Ein Backup ist eine Daten; ein DRP ist ein getesteter Prozess, der diese Daten in einen wiederhergestellten Dienst verwandelt. Ohne dokumentierte Verfahren, ohne regelmäßige Tests, ohne Geschäftskoordination schützen Backups das Unternehmen nicht. Die 3-2-1-Regel (3 Kopien, 2 Träger, 1 außerhalb) bleibt ein Minimum, ergänzt durch unveränderliche Backups und regelmäßig getestete Wiederherstellungen.
Wie oft testet man seinen DRP?
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Mindestens eine vierteljährliche Unit-Wiederherstellung pro kritischer Anwendung, eine jährliche Teil-Umschaltung und ein vollständiger Umschaltungstest alle 12 bis 24 Monate. DORA verlangt einen vollständigen Resilienztest alle 3 Jahre für Finanzinstitute. Ohne regelmäßige Tests schläft ein DRP in einem Ordner und offenbart seine Lücken erst während der echten Krise — wenn es zu spät ist.
Alle Begriffe
5R-Methode
Eine Strategie bei der Anwendungsrationalisierung zur Bestimmung des besten Ansatzes für das Anwendungsmanagement.
8R-Methode
Eine erweiterte Version der 5R-Methode für Application Portfolio Management und Migrationsstrategien.
Anwendung
Ein Computerprogramm oder eine Reihe von Programmen zur Rationalisierung von Geschäftsabläufen.
Architektur
Bezieht sich auf die Struktur und das Verhalten von IT-Systemen, Prozessen und Infrastruktur innerhalb einer Organisation.
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