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Definition

SLA IT-Definition

Service Level Agreement: messbare vertragliche Verpflichtung zur Qualität eines IT-Service, definiert durch präzise Indikatoren (Verfügbarkeit, Reaktionszeit, RTO).

Ein SLA (Service Level Agreement, Service-Level-Vereinbarung) ist die messbare vertragliche Verpflichtung eines Anbieters — intern oder extern — zur Qualität eines IT-Service. Es legt im Voraus akzeptable Parameter fest (Verfügbarkeit, Reaktionszeit, RTO, Vorfall-Lösungszeit), die Messverfahren und die Konsequenzen bei Nichteinhaltung (Strafen, Gutschriften, Kündigungsrecht).

Das SLA ist das Vertragsstück, das eine Absicht in eine prüfbare Verpflichtung verwandelt.

Häufige SLA-Indikatoren

  • Verfügbarkeit (Uptime): Prozentsatz der Betriebszeit — oft in Nines ausgedrückt (99 %, 99,9 %, 99,99 %).
  • Reaktionszeit: durchschnittliche oder perzentilbasierte Latenz.
  • Übernahmezeit (Time to Respond): .
  • Lösungszeit (Time to Resolve / MTTR): .
  • [RPO](/de/glossary/rpo): und RTO.
  • Vorfall-Schweregrad: P1, P2, P3, P4.

Die «Nines» verstehen

  • 99 %: 3 Tage 15 Std. Ausfall pro Jahr.
  • 99,9 %: («three nines»): 8 Std. 45 Min. pro Jahr.
  • 99,99 %: («four nines»): 52 Min. pro Jahr.
  • 99,999 %: («five nines»): 5 Min. pro Jahr.

Der Wechsel von 99 % zu 99,99 % kostet typischerweise 100-mal mehr, nicht 10-mal.

SLA, OLA, UC: die Verpflichtungskette

  • SLA: Vertrag Anbieter ↔ Kunde.
  • OLA: (Operational Level Agreement): interne Verpflichtung zwischen Teams.
  • UC: (Underpinning Contract): Subunternehmer-Vertrag.

Goldene Regel: ein externes SLA kann niemals besser sein als das schlechteste OLA oder UC.

Ein SaaS-SLA richtig lesen

Häufige Fallen:

  • Umfang: betrifft die Verfügbarkeit die gesamte App oder nur den Basis-Service?
  • Ausschlüsse: geplante Wartung, höhere Gewalt, DDoS.
  • Berechnungsmethode: über welches Fenster?
  • Gedeckelte Strafen: meist auf 10-25 % der Monatsgebühr begrenzt.
  • Meldepflicht: die Strafe greift nur bei Meldung innerhalb eines kurzen Fensters.

SLA vs. SLO vs. SLI: das SRE-Vokabular

  • SLI: (Service Level Indicator): die rohe Messung.
  • SLO: (Service Level Objective): das interne Ziel.
  • SLA: die vertragliche Verpflichtung.

Ein SLO sollte immer anspruchsvoller sein als das entsprechende SLA.

Warum das SLA ein Governance-Thema ist

Für eine IT-Leitung gehört die SLA-Steuerung integral zur SI-Governance:

  • Anbieter-SLAs mit den intern versprochenen SLAs abstimmen.
  • Tatsächliche Kritikalität jeder Anwendung in den SLAs widerspiegeln.
  • Anbieter-Leistung in regelmäßigen Vertragsausschüssen messen.

Kabeen verbindet automatisch geschäftliche Kritikalität, Anwendungs-Abhängigkeiten und vertragliche SLAs für eine steuerbare Sicht.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein SLA?

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Ein SLA (Service Level Agreement) ist die vertragliche Verpflichtung eines IT-Anbieters — intern oder extern — zur Qualität eines Service. Es definiert messbare Indikatoren (Verfügbarkeit, Reaktionszeit, RTO, RPO), Mess-Modalitäten und Konsequenzen bei Nichteinhaltung (Gutschriften, Strafen, Kündigung). Es ist das Stück, das eine Absicht in eine prüfbare Verpflichtung verwandelt.

Was bedeutet eine Verfügbarkeit von 99,9 %?

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Eine Verfügbarkeit von 99,9 % («three nines») erlaubt 8 Stunden 45 Minuten Ausfall pro Jahr, also etwa 43 Minuten pro Monat. Der Wechsel zu 99,99 % reduziert dieses Budget auf 52 Minuten pro Jahr, und 99,999 % auf 5 Minuten pro Jahr. Jede zusätzliche «Nine» multipliziert die Infrastruktur-Kosten typischerweise um 5 bis 10. Das Ziel muss den realen Geschäftswert widerspiegeln.

Unterschied zwischen SLA, OLA und UC?

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Das SLA ist eine externe Verpflichtung zwischen einem Anbieter und seinem Kunden. Das OLA (Operational Level Agreement) ist eine interne Verpflichtung zwischen Teams derselben Organisation (das Netzwerk-Team gegenüber dem Support-Team). Das UC (Underpinning Contract) ist ein Subunternehmer-Vertrag mit einem Dritten. Schlüsselregel: ein externes SLA kann niemals besser sein als die OLAs und UCs, die es intern stützen.

Welche Fallen in einem SaaS-SLA vermeiden?

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Vier wiederkehrende Fallen: (1) der Umfang — prüfen, ob die Verfügbarkeit die gesamte App oder nur den Basis-Service abdeckt, (2) die Ausschlüsse — geplante Wartung, DDoS, höhere Gewalt, oft umfangreich, (3) die auf 10-25 % der Monatsgebühr gedeckelten Strafen, weit unter den realen Ausfall-Kosten, (4) die Meldepflicht in einem kurzen Fenster (oft 30 Tage), um die Strafe auszulösen.

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