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Definition

ITIL IT-Definition

Internationales Referenzwerk der Best Practices für IT-Service-Management (ITSM), heute in der Version ITIL 4.

ITIL (Information Technology Infrastructure Library) ist das international am weitesten verbreitete Referenzwerk für IT-Service-Management. Ursprünglich in den 1980er Jahren von der britischen Regierung geschaffen, wird es heute von AXELOS (PeopleCert) gepflegt. ITIL formalisiert die Best Practices, die einer IT-Leitung ermöglichen, IT-Services entlang der Geschäftsanforderungen zu gestalten, zu liefern und kontinuierlich zu verbessern.

Weltweit sind über 5 Millionen Fachleute ITIL-zertifiziert; laut AXELOS stützt sich die Mehrheit der Fortune-500-Unternehmen auf das Referenzwerk. Die aktuelle Version, ITIL 4, wurde 2019 veröffentlicht und stellt einen Bruch dar: Übergang vom linearen Prozessmodell zu einem systemischen Service Value System, das Agile, Lean und DevOps integriert.

Struktur von ITIL 4

Vier Schlüssel-Dimensionen:

  • Organisationen und Menschen: Struktur, Rollen, Kultur.
  • Information und Technologie: Daten, Werkzeuge.
  • Partner und Lieferanten: Anbieter, Integratoren.
  • Wertströme und Prozesse: wie Wert erzeugt wird.

Eingebettet in das Service Value System (SVS).

Die 34 ITIL-4-Praktiken

ITIL 4 ersetzt die 26 Prozesse von ITIL v3 durch 34 Praktiken in drei Familien:

  • Allgemeine Management-Praktiken: (14): Strategie, Portfolio, Informationssicherheit, Risiko, kontinuierliche Verbesserung.
  • Service-Management-Praktiken: (17): Vorfälle, Probleme, Änderungen, SLA, Verfügbarkeit, Continuity (BCP), Assets (ITAM), Konfiguration (CMDB).
  • Technische Management-Praktiken: (3): Bereitstellung, Infrastruktur, Software-Entwicklung.

Die 7 Leitprinzipien

  1. Fokus auf Wert.
  2. Wo man steht beginnen.
  3. Iterativ mit Feedback fortschreiten.
  4. Zusammenarbeit und Sichtbarkeit fördern.
  5. Ganzheitlich denken und handeln.
  6. Einfach und praktisch halten.
  7. Optimieren und automatisieren.

ITIL-Zertifizierungen

  • ITIL 4 Foundation: Einstiegsniveau.
  • ITIL 4 Specialist: 5 Module.
  • ITIL 4 Strategist: Direct, Plan & Improve.
  • ITIL 4 Leader: Digital & IT Strategy.
  • ITIL 4 Master: Experten-Niveau.

ITIL vs. COBIT vs. ISO 20000

  • ITIL: Best Practices (deskriptiv).
  • COBIT: Governance-Framework (präskriptiv).
  • ISO/IEC 20000: zertifizierbare Norm.

Die drei sind komplementär.

Warum ITIL weiterhin relevant ist

Trotz Agile und DevOps behält ITIL 4 drei Stärken: gemeinsames Vokabular, umfassende Abdeckung und vertragliche Interoperabilität. Kabeen versorgt die zentralen ITIL-Praktiken (Konfiguration, Asset, Change Impact) durch kontinuierliche Anwendungskartografie.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ITIL?

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ITIL (Information Technology Infrastructure Library) ist das internationale Referenzwerk für Best Practices im IT-Service-Management (ITSM), gepflegt von AXELOS. Es beschreibt, wie IT-Services entworfen, geliefert, betrieben und kontinuierlich verbessert werden, damit sie Geschäftswert schaffen. Die aktuelle Version, ITIL 4, integriert die Ansätze Agile, Lean und DevOps.

Unterschied zwischen ITIL v3 und ITIL 4?

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ITIL v3 beschrieb 26 Prozesse, organisiert um einen linearen Lebenszyklus (Strategie, Entwurf, Übergang, Betrieb, Verbesserung). ITIL 4, veröffentlicht 2019, ersetzt diese Logik durch ein systemischeres Service Value System, führt 34 Praktiken statt 26 Prozesse ein und integriert Agile, Lean und DevOps nativ. ITIL 4 ist flexibler und besser an moderne Organisationen angepasst.

Wie zertifiziert man sich für ITIL?

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Der Pfad beginnt mit ITIL 4 Foundation (für alle zugänglich), dann Spezialisierung über ITIL 4 Specialist (5 Module), ITIL 4 Strategist (Direct, Plan & Improve), ITIL 4 Leader (Digital & IT Strategy) und schließlich ITIL 4 Master (Experten-Jury). Die Prüfungen werden von PeopleCert verwaltet. Foundation reicht für operative Rollen; höhere Stufen werden für Architektur- oder ITSM-Management-Rollen erwartet.

Ist ITIL mit DevOps und Agile vereinbar?

+

Ja, und das ist eine der großen Entwicklungen von ITIL 4. Während ITIL v3 oft als starr und unvereinbar mit iterativen Ansätzen wahrgenommen wurde, integriert ITIL 4 Agile, Lean und DevOps explizit in seine Leitprinzipien und Praktiken. Die Change-Steuerung unterscheidet etwa nun zwischen Standard-Changes (automatisiert, ohne Genehmigung) und normalen/Notfall-Changes, in Übereinstimmung mit modernen CI/CD-Pipelines.

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