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Definition

SI-Urbanisierung IT-Definition

Architektur-Ansatz, der das Informationssystem in Zonen, Quartiere und Inseln strukturiert, um es kohärent, weiterentwickelbar und am Geschäft ausgerichtet zu machen.

Die SI-Urbanisierung (oder EA — Enterprise Architecture in der angelsächsischen Tradition) ist ein Architektur-Ansatz, der das Informationssystem wie eine Stadt strukturiert: in thematische Zonen, funktionale Quartiere, Anwendungs-Inseln, verbunden durch standardisierte Kommunikationswege. Ziel: das SI kohärent, weiterentwickelbar, modular und an den Geschäftsprozessen ausgerichtet machen.

Der Ansatz stammt von Jean-Pierre Sicard und Christophe Longépé in den 1990er Jahren und bleibt in Frankreich weit verbreitet, wo er die Praxis der Unternehmensarchitektur in großen Organisationen strukturiert. Der Club Urba-EA veröffentlicht ein anerkanntes Repository, ergänzend zu TOGAF und zum angelsächsischen EAM.

Die urbane Metapher

  • Zonen: große Unternehmensfunktionen (Austausch, Steuerung, Produktion, Support, Repositorien).
  • Quartiere: kohärente Teilmengen einer Zone.
  • Inseln: Anwendungen oder Anwendungsgruppen.
  • Blöcke: elementare Anwendungskomponenten.

Urbanisierungs-Regeln:

  • Eine einzige Verantwortung pro Insel: .
  • Eindeutige Repositorien: Geschäftsdaten (Kunden, Produkte) werden in einem einzigen Repository verwaltet.
  • Austausche über die Austausch-Zone: keine Punkt-zu-Punkt-Integration.
  • Lose Kopplung: eine Insel muss sich weiterentwickeln können, ohne ihre Nachbarn zu beeinträchtigen.

Warum das SI urbanisieren

Ein nicht urbanisiertes SI tendiert zum Spaghetti-Teller: Hunderte von Anwendungen, verbunden durch Punkt-zu-Punkt-Integrationen, ohne gemeinsame Repositorien.

Die Kosten:

  • Explodierende Wartungskosten: .
  • Verlängerte Time-to-Market: .
  • Steigendes Betriebsrisiko: .
  • Akkumulierte [technische Schuld](/de/glossary/dette-technique): .

Liefergegenstände

  • Ziel-Urbanisierungsplan: 3-5-Jahres-SI-Vision.
  • Aktuelle Anwendungskartografie: .
  • Funktionale Kartografie: .
  • Trajektorie: Roadmap.
  • Urbanisierungs-Regeln: .
  • Architektur-/Urbanisierungs-Ausschuss: .

Urbanisierung, EA, EAM, TOGAF

  • SI-Urbanisierung: französischer Ursprung, urbane Metapher.
  • Unternehmensarchitektur: generischer Begriff.
  • [EAM](/de/glossary/eam): angelsächsische Praxis.
  • [TOGAF](/de/glossary/togaf): methodologisches Framework.

Austausch-Standards

  • REST- / GraphQL-APIs: .
  • Message-Busse (Kafka, RabbitMQ): .
  • ESB: (Enterprise Service Bus).
  • MFT / EDI: .
  • iPaaS: .

Eine Urbanisierungs-Initiative starten

  1. Bestand kartografieren.
  2. Pilot-Funktionszone definieren.
  3. Einfache Urbanisierungs-Regeln verfassen.
  4. Architektur-Ausschuss etablieren.
  5. Kartografie kontinuierlich aktualisieren.

Kabeen automatisiert die kontinuierliche Anwendungskartografie, die unverzichtbares Fundament jeder Urbanisierungs-Initiative ist.

Häufig gestellte Fragen

Was ist die SI-Urbanisierung?

+

Die SI-Urbanisierung ist ein Ansatz der Unternehmensarchitektur, der das Informationssystem wie eine Stadt strukturiert: in thematische Zonen (große Funktionen), Quartiere (kohärente Teilmengen), Inseln (Anwendungen), verbunden durch standardisierte Austauschwege. Ziel ist es, das SI kohärent, weiterentwickelbar und modular zu machen, indem die Abdrift zu einem Anwendungs-Spaghetti-Teller vermieden wird.

Unterschied zwischen SI-Urbanisierung und Unternehmensarchitektur?

+

Die beiden Begriffe bezeichnen weitgehend dieselbe Disziplin mit kulturellen Nuancen. Die SI-Urbanisierung ist ein französischer Ansatz (Sicard, Longépé), sehr auf Anwendungskartografie und Urbanisierungs-Regeln ausgerichtet. Unternehmensarchitektur / EAM ist der angelsächsische Begriff, oft strategischer und Business-IT-ausgerichteter. TOGAF bringt eine Methode (ADM). In der Praxis kombinieren sich die Ansätze.

Welche typischen Urbanisierungs-Regeln gibt es?

+

Vier fundamentale Regeln kommen in allen Ansätzen wieder: (1) eine einzige Verantwortung pro Insel — keine Missions-Überschneidung, (2) eindeutige Repositorien — Geschäftsdaten (Kunden, Produkte) werden einmal verwaltet und geteilt, (3) Austausche über eine Austausch-Zone — keine Punkt-zu-Punkt-Integration, alles läuft über einen Bus oder eine Plattform, (4) lose Kopplung — eine Insel muss sich weiterentwickeln können, ohne ihre Nachbarn zu beeinträchtigen.

Womit beginnt man eine Urbanisierungs-Initiative?

+

Mit der Kartografie des Bestands: unmöglich zu urbanisieren, was man nicht kennt. Dann eine Pilot-Funktionszone mit hohem Einsatz wählen, statt alles auf einmal anzugehen, ein Dutzend klare und einklagbare Urbanisierungs-Regeln verfassen und einen Architektur-Ausschuss einrichten, der Projekte gegen diese Regeln validiert. Ohne lebende Kartografie veraltet der Urbanisierungsplan in wenigen Monaten.

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